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Sprachkompetenz
Textkompetenz
Sachkompetenz
Sprachkompetenz
Wörter erschließen und beherrschen
verfügen über einen lektürebezogenen Aufbauwortschatz, der sich an den jeweils vorkommenden Sachfeldern orientiert.
erschließen mithilfe der Prinzipien der Wortbildungslehre die Bedeutung unbekannter griechischer Wörter.
reorganisieren ihren Wortschatz selbstständig.
identifizieren Formen des ionischen Dialektes und vergleichen sie mit den attischen Formen.
schlagen unbekannte Wörter in einem griechisch-deutschen Wörterbuch nach und nutzen die jeweiligen Lemmata sachgerecht.
nutzen Fachlexika zur Klärung von Eigennamen und Fachbegriffen.
mit Polysemie umgehen können/Bedeutungen differenzieren
erweitern ihre Fähigkeit, durch Nutzung eines griechisch-deutschen Wörterbuches sich für eine kontextbezogene Wortbedeutung zu entscheiden und die Entscheidung zu begründen.
Sprachen vergleichen/Ausdrucksfähigkeit im Deutschen erweitern
verwenden Fremd- und Lehnwörter und auch Begriffe aus der wissenschaftlichen Fachsprache im Deutschen sachgerecht.
Formen bestimmen, unterscheiden, systematisieren
erweitern ihre Fähigkeit, regelmäßige Stammformenreihen und auch Stammformen unregelmäßiger Verben zu bilden.
erweitern ihre Sprachkenntnisse um die morphosyntaktischen Eigenarten des jeweiligen Autors.
ermitteln ihnen unbekannte Formen mithilfe einer Systemgrammatik.
syntaktische Strukturen identifizieren, unterscheiden und angemessen übersetzen
übersetzen nach Maßgabe der Lektüre Negationenhäufung, relativische/interrogative Verschränkung mit AcI/Partizip und Verbaladjektive zutreffend.
analysieren komplexere syntaktische Strukturen in originalsprachlicher Lektüre.
LT 1 Die Auseinandersetzung zwischen Griechen und Persern (Herodot)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse um einen Aufbauwortschatz „Herodot“ und in den Sachfeldern „Geschichte“ und „Politik“.
erkennen Abweichungen vom Attischen in Herodots Sprache: z. B. Lautlehre: η statt α (auch nach ε,ι,ρ), ω statt αυ, κ statt π, σσ statt ττ; Unterbleiben der Kontraktion; Bildung des Relativpronomens und des Reflexivpronomens.
übersetzen längere Satzperioden und die für Herodot typischen Partizipialkonstruktionen, insbesondere auch Konditional- und Konsekutivsätze.
LT 2 Geistige Umbrüche und rationale Kritik (Platon, Gorgias)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse in den Sachfeldern „Redekunst“, „Staat“, „Recht/Unrecht“.
identifizieren dialogische Phrasen (wie z. B. φέρε δή, μὰ Δία, οὐ δῆτα, πάνυ γε, τί οὖν; ἦ γάρ; πῶς γὰρ οὔ;) und übersetzen diese zutreffend.
erkennen Wörter auch bei Krasis (z. B. τἆλλα, κἀγαθός) und übersetzen diese zutreffend.
erweitern ihre Kenntnisse in der griechischen Morphosyntax, insbesondere: Dativus respectus (z. B. φύσει, τῷ ὄντι) und Partizip und Infinitiv zu οἶδα.
LT 3 Demokratie und Tyrannis (Xenophon, Hellenika; Aristoteles, Staat der Athener)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse um einen Aufbauwortschatz in den Sachfeldern „Geschichte“ und „Politik“.
erweitern ihre Kenntnisse in der griechischen Morphosyntax, insbesondere: gegliederte Satzperioden (μέν - δέ) und Partizipialkonstruktionen.
LT 4 Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis (Platon, Apologie)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse um einen Aufbauwortschatz „Platon“ und „Philosophie“.
erweitern ihre Sprachkenntnisse um die Formen des Verbums „οἶδα“.
erweitern ihre Kenntnisse in der griechischen Morphosyntax, insbesondere: Partizipialkonstruktionen, Relativsätze und substantivierte Infinitive.
LT 5 Die Rede als Mittel zur politischen Mobilisierung (Demosthenes)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse in den Sachfeldern „Recht“ und „Politik“.
erweitern ihre Kenntnisse in der griechischen Morphosyntax, insbesondere: Satzperioden und Partizipialkonstruktionen sowie Konditional- und Konsekutivsätze.
erweitern ihre Kenntnisse im Umgang mit freien Wortstellungen im Satz (z. B. Prolepsis).
ordnen Begriffe, insbesondere aus dem Bereich „Politik“, nach Sachgruppen zu.
bestimmen und differenzieren die unterschiedliche Verwendung sinnverwandter und synonymer Begriffe.
LT 6 Die griechische Polis zwischen Realität und Utopie (Platon, Politeia)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse um einen Aufbauwortschatz „Platon“ und insbesondere in den Sachfeldern „Politik“, „Ethik“ und „Gesellschaft“.
erweitern ihre Kenntnisse in der griechischen Morphosyntax, insbesondere: Partizipialkonstruktionen, Relativsätze und substantivierte Infinitive.
ordnen Begriffe aus den Bereichen „Philosophie“ und „Politik“ nach Sachgruppen.
LT 7 Der Mensch im griechischen Drama (Sophokles)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse um den Aufbauwortschatz „Tragiker“ und insbesondere in den Sachfeldern „Leid und Schmerz“, „Tod“, „Recht und Frevel“.
arbeiten aus einem Text Besonderheiten der Sprache des Sophokles heraus.
erkennen Wörter auch bei Lautveränderungen wieder (Elision, Krasis).
LT 8 Gott und Mensch im frühgriechischen Epos (Homer, Odyssee)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse um einen Aufbauwortschatz zu Homer.
beherrschen folgende Besonderheiten der homerischen Sprache: η statt α (auch nach ε,ι,ρ), σσ statt ττ, ε + ο kontrahieren zu ευ, Unterbleiben der Kontraktion, Ersatzdehnung nach Schwund des Digamma, „epische Zerdehnung“, fehlende Μetathesis quantitatum, Kasus- und Personalendungen, Pronomina, fakultative Augmentierung, Konjunktiv häufig ohne Dehnung des Themavokals, adverbiale Suffixe.
erkennen den demonstrativen Charakter des Artikels.
erkennen Verben auch in Tmesis und übersetzen sie zutreffend.
LT 9 Individuum und Gesellschaft in der frühgriechischen Lyrik
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse in den Sachfeldern „Ethik“, „Gesellschaft“ und „Krieg“.
nennen für Formen des episch-ionischen Dialektes die klassisch-attische Entsprechung (z. B. κίχεν statt ἔκιχεν; ἐνί statt ἐν; κέν statt ἄν; ἠελίοιο statt ἠλίου).
erweitern ihre Kenntnisse in der griechischen Morphosyntax, insbesondere in der Wortbildungslehre (Wortstämme, Präfixe, Suffixe).
identifizieren und charakterisieren Merkmale des paränetischen Stils (insbesondere Imperativ, Hortativ, Vokativ).
LT 10 Schuld und Sühne (Sophokles)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse um einen Aufbauwortschatz „Tragiker“.
arbeiten aus einem Text Besonderheiten der Sprache des Sophokles heraus.
erkennen Wörter auch bei Lautveränderungen wieder (Elision, Krasis).
LT 11 Konflikt, Konfliktbewältigung und Konfliktfolgen (Homer, Ilias)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse um einen Aufbauwortschatz zu Homer.
beherrschen folgende Besonderheiten der homerischen Sprache: η statt α (auch nach ε,ι,ρ), σσ statt ττ, ε + ο kontrahieren zu ευ, Unterbleiben der Kontraktion, Ersatzdehnung nach Schwund des Digamma, „epische Zerdehnung“, fehlende Μetathesis quantitatum, Kasus- und Personalendungen, Pronomina, fakultative Augmentierung, Konjunktiv häufig ohne Dehnung des Themavokals, adverbiale Suffixe.
erkennen den demonstrativen Charakter des Artikels.
erkennen Verben auch in Tmesis und übersetzen sie zutreffend.
LT 12 Frühgriechische Weltbilder (Homer und Hesiod)
erweitern ihre lexikalischen Kenntnisse um einen Aufbauwortschatz zu Homer.
beherrschen folgende Besonderheiten der hesiodeischen und homerischen Sprache: η statt α (auch nach ε,ι,ρ), σσ statt ττ, ε + ο kontrahieren zu ευ, Unterbleiben der Kontraktion, Ersatzdehnung nach Schwund des Digamma, „epische Zerdehnung“, fehlende Μetathesis quantitatum, Kasus- und Personalendungen, Pronomina, fakultative Augmentierung, Konjunktiv häufig ohne Dehnung des Themavokals, adverbiale Suffixe.
Textkompetenz
sich einen ersten Zugang und Überblick über einen Text verschaffen
beschaffen sich selbstständig Informationen zu den kontextualen Gegebenheiten (Autor, Thema, historischer Kontext etc.) und setzen sie in Beziehung zu den jeweils zugrunde gelegten Textstellen.
einen Text semantisch, syntaktisch und metrisch analysieren
wählen für die jeweilige Lektüre geeignete Texterschließungsverfahren selbstständig aus und wenden diese an.
untersuchen einen Text selbstständig und systematisch auf textspezifische Merkmale (z. B. im Hinblick auf Isotopie, Rekurrenz, Distribution).
analysieren nach Maßgabe der Lektüre Metren der epischen bzw. dramatischen Dichtung und bieten die Texte im Lesevortrag dar.
einen Text übersetzen
analysieren sprachliche Besonderheiten in Semantik und Syntax.
benennen textsorten- und autorenspezifische Merkmale und berücksichtigen diese bei der Übersetzung.
fertigen eine Übersetzung an.
die Übersetzung eines Textes argumentativ vertreten und im Diskurs optimieren
begründen die von ihnen getroffenen Entscheidungen in allen für die Übersetzung relevanten Bereichen.
vergleichen Übersetzungsvorschläge desselben Textes in Bezug auf den griechischen Originaltext und bewerten diese.
den Inhalt eines Textes wiedergeben und seine Intention beschreiben
lesen griechische Texte sinnentsprechend bzw. metrisch korrekt vor.
untersuchen Struktur und Inhalt eines anspruchsvollen Originaltextes selbstständig und systematisch.
geben den Gedankengang eines Textes strukturiert wieder.
benennen zentrale Problemstellungen eines Textes.
beschreiben die Aussageabsicht eines Autors.
die sprachliche und literarische Form eines Textes analysieren und deuten
untersuchen die Sprache eines anspruchsvollen Originaltextes selbstständig und systematisch.
benennen stilistische und metrische Gestaltungsmittel des Textes und erklären ihre inhaltliche Funktion, indem sie ihre Bedeutung im Rahmen der Textaussage erläutern.
benennen autoren- und gattungsspezifische Merkmale.
deuten den Zusammenhang von Inhalt und sprachlicher Gestaltung eines Textes, auch unter Berücksichtigung literaturtheoretischer Fragestellungen.
einen Text in einen Zusammenhang einordnen
ordnen Begriffe und Inhalte eines übersetzten Textes in einen problemgeschichtlichen Zusammenhang ein.
deuten den Text unter Berücksichtigung der Biografie des Autors, des historischen Kontexts bzw. seiner literarischen Tradition.
vergleichen einen übersetzten Text mit anderen Materialien (z. B. mit Bildern, mit Texten) und arbeiten seine Besonderheiten heraus.
sich mit einem Text kritisch auseinandersetzen
vergleichen den Text mit veröffentlichten Übersetzungen und bewerten diese.
diskutieren Grundfragen menschlicher Existenz ausgehend von dem Problemgehalt der jeweiligen Lektüre.
erörtern die im Spiegel von Texten erfahrene Lebenswirklichkeit.
LT 1 Die Auseinandersetzung zwischen Griechen und Persern (Herodot)
erklären Ursachen und Gründe für den Angriff des persischen Großkönigs auf Griechenland.
vergleichen die gegensätzlichen Herrschaftsformen bei Persern und Griechen.
beschreiben das Verhalten der Griechen und Perser bei der Schlacht von Salamis.
beurteilen die herodoteische Interpretation der hellenisch-persischen Antinomie.
arbeiten den Einfluss einzelner Persönlichkeiten (z. B. Xerxes, Themistokles) auf die historischen Ereignisse heraus.
erläutern zentrale Begriffe für die Erklärung von Geschichte: ὕβρις, φθόνος, τύχη, συμφορά.
erläutern Herodots Menschen- und Geschichtsbild, insbesondere den Zusammenhang von schicksalhaft-göttlichem und menschlichem Einwirken auf das historische Geschehen und die Vergänglichkeit des Menschen und seiner Erfolge.
deuten die herodoteische Darstellung der Rolle Athens in den Perserkriegen.
beurteilen die politisch-gesellschaftliche Bedeutung des Sieges über die Großmacht Persien für Athen.
LT 2 Geistige Umbrüche und rationale Kritik (Platon, Gorgias)
arbeiten zentrale Stilmittel heraus, die für die rhetorisch gestaltete Prosa Platons bestimmend sind (z. B. antithetischer Stil, bewusste Gestaltung bestimmter semantischer Felder), und deuten deren Funktion für den Inhalt des Textes.
beschreiben die dialektische Methode des Sokrates im philosophischen Gespräch.
erklären den Problemgehalt der Definition der Rhetorik als „πειθοῦς δημιουργóς“.
beurteilen die „Macht der Rhetorik“ in politischen Entscheidungsprozessen.
erklären die Antagonie von naturgegebener Ordnung (Physis) und menschlichen Konventionen (Nomos).
arbeiten die rationale Position der Sophisten im Kontrast zur Ethik des Sokrates heraus.
erläutern den von Sokrates dargestellten Zusammenhang von Gerechtigkeit und Glück.
nehmen Stellung zu den sophistischen Thesen (z. B. Unrecht tun ist besser als Unrecht leiden, der Nutzen des Stärkeren als Rechtsnorm) und vergleichen sie mit ihrem eigenen Verständnis von Gerechtigkeit.
geben die zentralen Lehrsätze des Sophisten Protagoras wieder und ordnen diese in den Kontext des Dialogs Gorgias ein.
LT 3 Demokratie und Tyrannis (Xenophon, Hellenika; Aristoteles, Staat der Athener)
arbeiten die historische Genese der Demokratie von Solon bis Perikles heraus.
beschreiben am Text die Tyrannis des Peisistratos, die Pentekontaetie, die „vollendete Demokratie“ und die Tyrannis der „Dreißig“ und deren Wesensmerkmale.
vergleichen die Tyrannis des Peisistratos und die Tyrannis der „Dreißig“.
geben Faktoren, die zu Machtmissbrauch führen, wieder und untersuchen die Auswirkungen auf die individuelle Freiheit des Polisbürgers.
erläutern den Verfassungswandel in Athen im 6. Jahrhundert sowie im ausgehenden 5. Jahrhundert und bewerten ihn vor dem Hintergrund der sozialen bzw. politischen Situation.
charakterisieren Politiker wie Solon, Kleisthenes, Perikles, Kimon, Alkibiades, Kritias und deuten die Funktion einzelner Machthaber bei der Aus- bzw. Umformung einer Verfassung/eines Staatssystems.
vergleichen oppositionelles Verhalten in politischen Systemen der Antike und der Gegenwart.
vergleichen die Darstellung ausgewählter Ereignisse (z. B. Arginusenprozess oder die Tyrannis der „Dreißig“, die Beseitigung des Theramenes) bei Xenophon und Aristoteles und erläutern die unterschiedliche Darstellungsweise.
LT 4 Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis (Platon, Apologie)
arbeiten stilistische Besonderheiten und ihre jeweilige Funktion heraus, insbesondere den Vergleich als Charakteristikum platonischer Gedankenführung.
arbeiten Partikeln heraus und deuten sie als Signale der Gedanken- und Argumentationslenkung.
geben Inhalt und Ursache der gegen Sokrates gerichteten διαβολαί wieder.
deuten das Chairephon-Orakel, indem sie es in Beziehung setzen zum delphischen γνῶθι σαὐτόν und zu Sokrates’ Prüfung der Mitmenschen.
interpretieren die ἀνθρωπίνη σοφία des Sokrates als Einsicht in die Grenzen menschlicher Erkenntnis und bewerten geschlossene Welterklärungsmodelle.
erläutern sokratisches Streben als eine für den Menschen sinnstiftende Annäherung an die Wahrheit.
paraphrasieren die sokratisch-platonische Vorstellung von Tod und Jenseits.
bewerten die Haltung, mit der sich Sokrates angesichts des drohenden Todesurteils verteidigt.
LT 5 Die Rede als Mittel zur politischen Mobilisierung (Demosthenes)
beschreiben und erläutern den argumentativen Aufbau von rhetorischen Texten.
arbeiten das politische Programm des Redners Demosthenes textbezogen heraus und setzen es mit dem historischen Kontext in Beziehung.
beschreiben Wesensmerkmale der demosthenischen Rede (z. B. δεινότης).
erläutern Sprache und Stil einer politischen Rede entsprechend der antiken rhetorischen Theorie.
interpretieren die politische Rede unter Berücksichtigung der sprachlich-stilistischen Formung und ihrer Funktion (z. B. Ethopoiie, die rhetorische Frage, repetitio, Prolepsis, Antithese).
deuten die Metapher als Mittel zur Veranschaulichung (z. B. Jagd, Seewesen, menschlicher Körper, Wettkämpfe).
deuten die politische Rede als psychagogisches Mittel zur politischen Mobilisierung.
benennen Beispiele für die Demosthenes-Rezeption und stellen ihre jeweiligen politischen Implikationen in Grundzügen dar (z. B. Ciceros Philippische Reden, Bessarins Aufruf zum Kampf gegen die Türken).
bewerten die politische Rede des Demosthenes als Aufruf zu politischem Engagement und Mitbestimmung sowie zur Verantwortung des Einzelnen für das Allgemeinwohl.
LT 6 Die griechische Polis zwischen Realität und Utopie (Platon, Politeia)
beschreiben den Aufbau des Staatsmodells mit Bezug auf die zentrale Frage nach Gerechtigkeit (z. B. Gerechtigkeit als Voraussetzung für ein funktionierendes Gesellschaftssystem).
vertiefen ihre Kompetenz, terminologisch feststehende Begriffe aus den Bereichen Philosophie und Politik sachgerecht zu erklären.
erklären zentrale Begriffe der Ideenlehre.
interpretieren stilistische und syntaktische Besonderheiten (z. B. Dialog als Medium des politischen und philosophischen Diskurses, Vergleich als Charakteristikum platonischer Gedankenführung).
erläutern den Zusammenhang zwischen Ideenlehre und Platons Staatsmodell.
deuten die Ideenlehre als Gegenentwurf zu sophistischen Wertvorstellungen.
erklären das Staatsmodell Platons vor dem Hintergrund des Verfalls der athenischen Demokratie im ausgehenden 5. Jh. und beginnenden 4. Jh. v. Chr..
erklären den „aristokratischen“ und tendenziell autoritären Staatsentwurf aus dem politisch-philosophischen Standpunkt Platons heraus.
überprüfen das platonische Staatsmodell auf seine Realisierbarkeit.
vergleichen das Staatsmodell Platons mit modernen Staatsformen bzw. -theorien und bewerten es.
LT 7 Der Mensch im griechischen Drama (Sophokles)
unterscheiden monologische und dialogische Partien.
geben die Bedingungen für die Leidenssituation der Protagonisten wieder.
charakterisieren die Hauptpersonen des Dramas.
erläutern unter Berücksichtigung der Kategorien Recht und Frevel (bzw. Verblendung) die Beweggründe für das Handeln von Protagonist und Antagonist des Dramas.
vergleichen angepasste und pragmatische Handlungsmuster innerhalb des tragischen Konfliktes mit denen von Auflehnung und Widerstand.
untersuchen Faktoren, die zu Steigerung bzw. Auflösung des Leides führen.
beurteilen die tragische Schuld der handelnden Personen.
erörtern die Handlungskonzepte der Personen der Tragödie unter dem Aspekt selbstverantwortlicher Lebensgestaltung.
beurteilen die Verarbeitung von Leid als persönlichkeitsprägende Erfahrung.
analysieren den iambischen Trimeter metrisch.
LT 8 Gott und Mensch im frühgriechischen Epos (Homer, Odyssee)
arbeiten Merkmale des epischen Stils aus einem homerischen Text heraus (z. B. Gleichnisse, Kataloge, Formelverse, epitheta ornantia, parataktischer Satzbau).
arbeiten an unterschiedlichen Szenen der Odyssee heraus, dass die homerischen Götter das Handeln des archaischen Menschen maßgeblich initiieren, begleiten und auf diese Weise die Freiheit des Willens einschränken.
vergleichen die Beziehung zwischen Gott und Mensch bei Homer und dem Christentum und werden sich so der Bedingtheit menschlicher Freiheit bewusst.
bewerten den Zusammenhang zwischen Freiheit und Verantwortung auch für eigenes Handeln.
streben bei der Übersetzung ins Deutsche an, den Charakter des homerischen Stils zu erhalten.
beachten bei der Analyse des homerischen Hexameters folgende Besonderheiten: mögliche Positionslänge bei muta cum liquida, Vokalkürzung vor anlautendem Vokal, Vokaldehnung, Synizese, Hiat nach Schwund des Digamma.
LT 9 Individuum und Gesellschaft in der frühgriechischen Lyrik
deuten grundlegende und für die frühgriechische Lyrik typische sprachliche Mittel bei der Texterschließung (z. B. Anastrophe, Enjambement).
deuten mythologische Anspielungen textadäquat.
nutzen zielgerichtet Übersetzungen mit Blick auf die literarische und stilistische Ausarbeitung (Klangwirkungen, Stil- und Darstellungsmittel).
beschreiben die neuen literarischen Formen (z. B. Epigramm, Elegie).
nennen grundlegende historische Rahmenbedingungen der archaischen Epoche und nutzen sie für die Interpretation von Texten (z. B. Kriege um die Vorherrschaft, sozioökonomische Bedingungen als Ursachen der Konflikte zwischen Adel und Kleinbauern, Willkür in der Rechtsprechung, erstarkendes Selbstbewusstsein des Demos).
reflektieren anhand ausgewählter Beispiele die Suche des Individuums nach Befreiung von überkommenen Bindungen einerseits sowie nach Halt und Orientierung im Leben andererseits.
skizzieren das Spannungsfeld zwischen politischer Verantwortung und individueller Willensbekundung und stellen dabei die Notwendigkeit zur Herausformung normativer Verhaltensformen dar (z. B. Dike und Eunomia als Garanten einer funktionierenden Gesellschaft).
arbeiten den Unterschied heraus zwischen der Abhängigkeit des Menschen von göttlichem Wirken im Epos und dem Streben nach individueller Entscheidungsfindung in lyrischen Texten.
vergleichen das Menschenbild der frühgriechischen Lyrik mit dem des homerischen Epos.
nehmen Stellung zu unterschiedlichen Lebensentwürfen und Wertvorstellungen (z. B. Adelsethik, Wunsch nach individueller Selbstbestimmung und Freiheit, Verantwortung für die Polisgemeinschaft, die „gute Ordnung“).
analysieren das elegische Distichon und den Trimeter metrisch.
LT 10 Schuld und Sühne (Sophokles)
arbeiten aus einem sophokleischen Text stilistische Besonderheiten heraus und deuten deren Funktion.
beschreiben die künstlerische Gesamtkonzeption der Tragödien König Ödipus und Ödipus auf Kolonos.
erklären die Intention, die der Dichter mit der Umsetzung des Ödipus-Stoffes in zwei Dramen verfolgt hat, und berücksichtigen dabei auch seine Biografie.
erklären, warum Ödipus ins Unglück stürzt, am Ende aber rehabilitiert wird.
erörtern die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen des menschlichen Verstandes.
erörtern das Problem der Schicksalsbestimmtheit des menschlichen Lebens.
vergleichen einzelne Textstellen mit ausgewählten Rezeptionsdokumenten des ÖdipusStoffes.
erörtern die Frage der tragischen Schuld des Ödipus.
analysieren den iambischen Trimeter metrisch.
LT 11 Konflikt, Konfliktbewältigung und Konfliktfolgen (Homer, Ilias)
arbeiten Merkmale des epischen Stils aus einem homerischen Text heraus (z. B. Gleichnisse, Kataloge, Formelverse, epitheta ornantia, parataktischer Satzbau).
beschreiben den Verlauf des Streits zwischen Agamemnon und Achilleus.
arbeiten das homerische Menschenbild heraus (z. B. agonales Prinzip, mythische Gebundenheit: Wissen um die Abhängigkeit von Schicksal und Göttern, Schwanken zwischen Geborgenheit und Unsicherheit, starre gesellschaftliche Rollen, Fixierung auf traditionelle Denk- und Handlungsmuster der Gesellschaft, Abhängigkeit von äußeren Symbolen).
arbeiten die Grundzüge mythischen Denkens heraus (z. B. Polytheismus, anthropomorphe Darstellung der Götter, fehlende Transzendenz).
vergleichen das homerische Welt- und Menschenbild mit modernen Vorstellungen (z. B. Individualität und soziale Rollen, Verhaltensnormen, Wertvorstellungen).
nehmen zum homerischen Welt- und Menschenbild Stellung.
beachten bei der Analyse des homerischen Hexameters folgende Besonderheiten: mögliche Positionslänge bei muta cum liquida, Vokalkürzung vor anlautendem Vokal, Vokaldehnung, Synizese, Hiat nach Schwund des Digamma.
LT 12 Frühgriechische Weltbilder (Homer und Hesiod)
geben den Inhalt von Theogonie und Erga in Grundzügen wieder.
beschreiben den Aufbau von Theogonie und Erga.
beschreiben die formalen Unterschiede der hesiodeischen Dichtung gegenüber der homerischen.
arbeiten die Selbstdarstellung Hesiods aus seinem Werk heraus.
arbeiten wesentliche Merkmale der hesiodeischen Dichtung heraus: umfassende und systematische Erschließung des Kosmos (Entstehung und Entfaltung der Welt), Genealogie als Leitprinzip, Rechtfertigung der Freude der Griechen am Wettstreit, Begründung einer moralischen und friedlichen Weltordnung (αἶνος und δίκη), Ideal von der harten, bäuerlichen Lebensweise auf dem Lande, Eros als Schöpfermacht, Zeus als Garant einer gerechten politischen Ordnung.
arbeiten Grundzüge des mythischen Denkens heraus (Polytheismus, anthropomorphe Darstellung der Götter, fehlende Transzendenz).
arbeiten das homerische Menschenbild heraus (agonales Prinzip, mythische Gebundenheit: Wissen um die Abhängigkeit von Schicksal und Göttern, Schwanken zwischen Geborgenheit und Unsicherheit, starre gesellschaftliche Rollen, Fixierung auf traditionelle Denk- und Handlungsmuster der Gesellschaft, Abhängigkeit von äußeren Symbolen).
vergleichen das hesiodeische und homerische Welt- und Menschenbild miteinander.
nehmen zu den frühgriechischen Welt- und Menschenbildern begründet Stellung.
vergleichen ausgewählte Textstellen Hesiods mit ihrer Rezeption in der bildenden Kunst (z. B. Geburt der Venus von Botticelli).
analysieren hesiodeische und homerische Verse metrisch.
Sachkompetenz
Mythologie und Religion
stellen lektürebezogen Unterschiede zwischen mythischen Erklärungsmodellen und rationalen Theorien dar.
nehmen Stellung zu mythologischen und religiösen Ausdrucksformen vor dem Hintergrund eigener Wertesysteme.
Geschichte und Politik
erläutern den politischen Aufbau und die gesellschaftliche Entwicklung in Athen von der Adelsherrschaft bis zur klassischen Demokratie und ihrem Verfall.
erläutern die Bedeutung des Strebens nach Freiheit für das griechische Denken.
Philosophie und Anthropologie
beschreiben und bewerten die in griechischen Originaltexten dargestellten anthropologischen Grundprobleme.
setzen sich mit den durch die Originaltexte vermittelten Wertvorstellungen auseinander und erweitern das eigene Weltbild.
Sprache und Literatur
benennen lektürebezogen wesentliche Gattungsmerkmale und zeigen diese am Text auf.
geben die Biografie des Verfassers in Grundzügen wieder und stellen lektürebezogen einen Zusammenhang zwischen Text und Autor her.
ordnen den jeweiligen Verfasser und sein Werk in den historischen und literaturgeschichtlichen Kontext ein.
Kunst und Archäologie
geben aus archäologischen Zeugnissen entnommene Informationen über die Antike wieder.
veranschaulichen den Textinhalt durch zusätzliches Material aus Kunst und Archäologie.
Rezeption und Tradition
erläutern lektürebezogen an ausgewählten Beispielen die funktionale Bedeutung, Tradierung und Rezeption der griechischen Kunst, Literatur, Architektur, Geschichte und Philosophie.
beurteilen Inhalte und Fragestellungen aus den jeweils in der Lektüre thematisierten Bereichen der griechischen Kultur und deren Fortwirken.
erklären die Abkehr der Griechen von der rein anwendungsorientierten Wissenschaft und ihre Hinwendung zu Systematik und Theoriebildung als den Ursprung moderner Wissenschaften und Wissenschaftszweige. 3.2 Themenspezifische Kompetenzen
LT 1 Die Auseinandersetzung zwischen Griechen und Persern (Herodot)
beschreiben die Voraussetzungen und Etappen des politischen und kulturellen Aufstiegs Athens.
beschreiben den Verlauf der Perserkriege in Grundzügen: Ionischer Aufstand, Feldzug des Datis und des Artaphernes, Feldzug des Xerxes.
erläutern an einer Karte die historischen Ereignisse.
charakterisieren den Historiker Herodot als Vertreter der ionischen Forschung (zentrale Begriffe: ἱστορίη, αἰτίη).
LT 2 Geistige Umbrüche und rationale Kritik (Platon, Gorgias)
nennen Merkmale der Sophistik.
charakterisieren Gorgias und andere als Vertreter der Sophistik.
LT 3 Demokratie und Tyrannis (Xenophon, Hellenika; Aristoteles, Staat der Athener)
skizzieren die politische Entwicklung in Athen im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr..
erläutern die für die athenische Demokratie charakteristischen Wesensmerkmale (z. B. Isonomie, Parrhesie).
beurteilen Chancen und Probleme der athenischen Demokratie im 5. Jh. v. Chr..
LT 4 Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Erkenntnis (Platon, Apologie)
nennen zentrale Fakten aus dem Leben des historischen Sokrates.
geben die Kritik des Aristophanes an Sokrates wieder.
charakterisieren die Philosophie des Sokrates in Abgrenzung zur sophistischen Lehre.
beschreiben das attische Gerichtswesen in Grundzügen.
LT 5 Die Rede als Mittel zur politischen Mobilisierung (Demosthenes)
geben die Biografie des Demosthenes in Grundzügen wieder und charakterisieren ihn als Staatsmann und Redner im politischen Kontext des makedonischen Expansionismus.
skizzieren allgemein den Aufbau einer epideiktischen Rede (Redeteile).
nennen und erläutern politische Ziele Philipps II. von Makedonien.
beschreiben die Entwicklung der giechischen Rhetorik in Grundzügen.
LT 6 Die griechische Polis zwischen Realität und Utopie (Platon, Politeia)
geben Bedingungen wieder, die zur Gründung und Herausbildung von Staatswesen führen (z. B. unter Berücksichtigung von Aristoteles’ Politik).
nennen wesentliche Daten der Geschichte Athens im ausgehenden 5. Jh. v. Chr..
stellen in Grundzügen sophistische Wertvorstellungen und Weltbilder dar (z. B. bei Protagoras, Kritias, Hippias).
LT 7 Der Mensch im griechischen Drama (Sophokles)
ordnen die Personen des Dramas in den Handlungskontext des Sagenkreises ein.
beschreiben das Bauschema der Tragödie unter Verwendung von Fachbegriffen.
beschreiben die Architektur eines griechischen Theaters.
ordnen das Drama in das religiöse und gesellschaftspolitische Leben Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. ein.
charakterisieren Sophokles als Dichter und Polisbürger.
LT 8 Gott und Mensch im frühgriechischen Epos (Homer, Odyssee)
erklären die Rahmenbedingungen der frühgriechischen Dichtung (oral poetry).
skizzieren den trojanischen Sagenkreis in Grundzügen.
beschreiben den homerischen Götterapparat.
erläutern die Grundprobleme der Homerforschung.
beschreiben die künstlerische Gesamtkonzeption der Odyssee.
LT 9 Individuum und Gesellschaft in der frühgriechischen Lyrik
skizzieren einige für die Poliswelt Griechenlands im 7. und 6. Jh. v. Chr. typische Problemlagen (z. B. Konkurrenzkämpfe zwischen Adel und Bürgerschaft, politische Führungsansprüche konkurrierender Adelsgeschlechter, Tyrannis).
paraphrasieren Passagen aus der Odyssee, in denen das Eingreifen der Götter in das Verhalten des Odysseus deutlich wird.
stellen Zusammenhänge zwischen dem Leben eines Dichters und seinem Werk her (z. B. Kallinos, Tyrtaios, Theognis, Solon).
LT 10 Schuld und Sühne (Sophokles)
geben den thebanischen Sagenkreis in Grundzügen wieder.
geben die Handlung der beiden Dramen in Grundzügen wieder.
charakterisieren das attische Theaterwesen (Entstehung, Entwicklung, Aufführungspraxis, Architektur des Theaters).
beschreiben das Bauschema der Tragödie unter Verwendung von Fachbegriffen.
ordnen das Drama in das religiöse und gesellschaftspolitische Leben Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. ein.
LT 11 Konflikt, Konfliktbewältigung und Konfliktfolgen (Homer, Ilias)
erklären die Rahmenbedingungen der frühgriechischen Dichtung (oral poetry).
skizzieren den trojanischen Sagenkreis in Grundzügen.
beschreiben den homerischen Götterapparat.
erläutern die Grundprobleme der Homerforschung.
beschreiben die künstlerische Gesamtkonzeption der Ilias.
LT 12 Frühgriechische Weltbilder (Homer und Hesiod)
erklären die Rahmenbedingungen der frühgriechischen Dichtung (oral poetry).
erklären wesentliche Merkmale der frühgriechischen Gesellschaft (gentilizischaristokratische Gliederung, Polisstruktur, sozialökonomische Krisen der archaischen Zeit: Kolonisation, Entstehung der Tyrannis).
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